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Virtuelles Magazin 2000

 


Markus Redert

Schlachtfelder - eine Spurensuche

 

Der 1.Weltkrieg ist im deutschen Bewusstsein weitgehend überdeckt durch die Auswirkungen der Nazidiktatur und des 2.Weltkrieges. Dabei wird verkannt, wie dramatisch dieser Krieg die weitere Entwicklung vor allem Europas aber auch vieler weiterer beteiligter Staaten im 20.Jahrhundert beeinflusst hat. Die Entwicklungen von Forschung und Technik in der Rüstungsindustrie führten zu einem bis zu diesem Zeitpunkt in der Weltgeschichte nicht gekannten Ausmaß an Zerstörung von Menschenleben und Infrastruktur. Mehr als 60 Millionen Soldaten aus 5 Kontinenten waren beteiligt und fast 10 Millionen starben. Und im Gegensatz zu dem gerechten Kampf gegen die aggressive Nazidiktatur gab es keine zwingende Notwendigkeit für den Ausbruch des 1.Weltkrieges, sondern die Gründe lagen in einem übersteigerten Nationalismus, einer verhängnisvollen Bündnispolitik und einer unfähigen Politiker- und Herrschergeneration der beteiligten Länder, die sich von den Militärs in diesen Konflikt hineintreiben ließ.

100 Jahre sind nun vergangen. Der Anlass mich auf die Spurensuche auf den ehemaligen Schlachtfeldern zu begeben. Ausgangspunkt ist die Umgebung von Verdun, in der der deutsche Vormarsch auf Paris gestoppt wurde. In der Schlacht um die Vorherrschaft fanden in zermürbenden Stellungskriegen hunderttausende Soldaten den Tod. Der ungeheure Einsatz von Artillerie, Minen, Bomben wurde zu einem Symbol für die Sinnlosigkeit dieses Krieges und hinterließ eine Mondlandschaft, in der Dörfer, Felder, Wälder komplett zerstört wurden und bis heute unübersehbare Narben im Landschaftsbild hinterlassen haben. Totes Gelände, nun wieder überwuchert und immer noch durch verrottende Blindgänger und Giftgas bedrohlich. Das künstliche Licht in der Nacht hebt die Veränderungen der Topographie durch Bomben- und Granatexplosionen und Schützengräben hervor. Die Dunkelheit erinnert daran, dass jeder Quadratmeter dieser Erde zum Grab junger Männer in einem sinnlosen Krieg wurde.

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Das Dorf Vauquois, nordöstlich von Verdun auf einem strategisch wichtigen Höhenzug gelegen, war nach monatelangen Kämpfen komplett zerstört. Nachdem auf der Oberfläche auf diese Weise keine Entscheidung erzwungen werden konnte, begann man lange Stollen bis unter die feindlichen Stellungen zu graben um mit immer größeren Sprengungen den Gegner zum Aufgeben seiner Stellungen zu zwingen. Das Gelände ist heute übersät von gigantischen Kratern. Der ergebnislose Kampf um den Hügel kostete ca.15000 Soldaten das Leben.

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Siehe auch:
https://www.facebook.com/markus.redert/media_set?set=a.597868016948312.1073741835.100001753575346&type=1