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Virtuelles Magazin 2000

 


Barbara Focke

Couscous, Kapern und Biowein - Kulinarisch Sizilien entdecken

"Siculus coquus", "Sizilianer sind Köche", lautet ein altes römisches Sprichwort. Offensichtlich gute Köche, denn auch Kleopatras Leibkoch Apollodor stammte aus Katane, dem heutigen Catania in Ostsizilien. Dass sich daran bis heute nichts geändert hat, beweisen Kulinarische Gruppenreisen in die schönsten Regionen Siziliens, ins Val di Noto im Osten, rund um Trapani im Westen sowie auf die Äolischen Inseln.

Seit die Römer in Sizilien geherrscht und geschmaust haben, sind zwei Jahrtausende vergangen, in dem die größte Insel des Mittelmeeres von unzähligen verschiedenen Völkern erobert wurde. Und alle drückten der Insel kulturell und auch kulinarisch ihren Stempel auf. Daraus ist ein wahrer Melting Pot der Geschmäcker und Aromen entstanden und die sizilianische Küche ist heute nicht nur eine der geschmackvollsten sondern auch eine der vielseitigsten Italiens. 

AolianischerSalatFotoSaroGugliotta KapernFotoSaroGugliotta

n Westsizilien spürt man noch heute den Einfluss der Araber und Afrikaner. Durch die Araber kamen beispielsweise Zitrusfrüchte, Mandeln, Datteln, Pistazien, Zimt und Safran nach Sizilien. Einen Hauch von Afrika spürt man an jeder Ecke, sei es im gleißenden Licht über den Salinen oder in den Duftschwaden über den Kochtöpfen. Couscous, die nordafrikanische Spezialität aus Hartweizengrieß, ist längst ein Hauptbestandteil der trapanesischen Küche geworden. Die Stadt Trapani liegt auf einer weit vorspringenden Landzunge am Fuße des Monte Erice. Untergebracht sind die Gäste in einem zum Hotel umfunktionierten ehemaligen Kloster in der Altstadt direkt am Meer. Vor der Küste verläuft die Grenze von tyrrhenischem Meer und Mittelmeer, Trapani nennt sich deshalb Città tra due mari, die Stadt zwischen zwei Meeren. 
Bei einem Ausflug auf die touristisch noch wenig erschlossenen Ägadischen Inseln findet man sardisch anmutende türkisblaue Strände und weiße Kalkfelsen, in denen antike Spuren von den Urvölkern Siziliens zeugen. Die mittelalterliche Stadt Erice auf einem Felsen hoch überm Meer und der Tempel von Segesta sind weitere geschichtliche Höhepunkte der Kulinarischen Reise in den Westen.

Trapani BlickaufdieAgadischenInselnvonMarsala

Auf der anderen Seite Siziliens, im Val di Noto im Südosten, liegt eine weitere geschichtsträchtige Küstenstadt. Syrakus, das "Paris der Antike" war schon in der Antike eine Gourmetmetropole, hier entstand vermutlich die erste Kochschule Europas. 
Die Kulinarische Entdeckungsreise führt von der Küste in die Berge, auf 800 Meter Höhe liegt ein Agriturismo, die Unterkunft der Gruppe. Hier wachsen die Oliven für das mehrfach ausgezeichnete Olivenöl, das Inhaber Tino reichlich in seiner Küche verwendet, wo er die Gäste nicht nur mit seiner ganz eigenen Mischung aus sizilianischer Küche, Neuinterpretationen und Eigenkreationen verwöhnt, sondern bei Kochkursen auch in die Geheimnisse seiner Kochkunst einführt. 
Und auch Giovanna, seine rechte Hand in der Küche und Besitzerin einer Bio-Orangenfarm, zeigt der Gruppe ihr Anwesen. Neben diversen Zitrusfrüchten wächst hier alles, was Boden und Jahreszeit hergeben - und was später beim gemeinsamen Mittagessen mit Giovannas Familie reichlich auf dem Tisch landet.
Rein biologisch arbeiten schließlich auch die Winzer, die während der Kulinarischen Woche besucht werden. Wie viele Sizilianer besinnen sich auch immer mehr Weinproduzenten auf ihre kulturellen Wurzeln. Die Griechen sollen einst die ersten Weinstöcke auf die Appeninhalbinsel gebracht haben. Und so entsteht beim Weingut COS ein Wein, der wie damals in Tonamphoren reift. Spannender kann ein Winzerbesuch kaum sein.

ValdiNoto sizilianischerBarockinNoto

Last but not least geht es aufs Meer. Gut essen kann man das ganze Jahr über auf Salina, einer der Äolischen Inseln nordöstlich von Sizilien. Das Archipel wird nach der Hauptinsel Lipari auch Liparische Inseln genannt und ist den meisten durch den Stromboli bekannt, den aktivsten Vulkan Europas. Doch gerade kulinarisch ist die grüne Insel Salina sicherlich die interessanteste. Berühmt bis über Italien hinaus sind die Kapern, die an den Vulkanhängen der Insel wachsen und von Mai bis August in mühsamer Handarbeit geerntet werden. Die Kaper ist nicht, wie oft angenommen, die Frucht des Kapernstrauches, sondern die Knospe, die vorm Aufbrechen geerntet und dann in Salz eingelegt wird. 

BlickvonSalinaaufPanareaundStromboliFotoSaroGugliotta KapernbluteFotoSaroGugliottaII

Genau in die Blütezeit der Kapern fällt jedes Jahr am 1.Sonntag im Juni das legendäre Kapernfest von Pollara. Das kleine Dorf ist das Zentrum des Kapernanbaus auf Salina und liegt einzigartig inmitten eines erloschenen Vulkankraters. Zur einen Seite liegen die eindrucksvollen Steilwände des erloschenen Vulkanes, an denen man oft Falken und Mauersegler beobachten kann, zur anderen Seite das Meer mit den schönsten Sonnenuntergängen der Insel. Nur einmal im Jahr erwacht Pollara aus seinem Dornröschenschlaf. Dann wird auf dem kleinen Dorfplatz ein Tanzparkett verlegt, aus Sizilien wird eine Schlagerkapelle eingeschifft und schon nachmittags beginnen Helfer, die verschiedensten Kapernspezialitäten aufzutischen: von Antipasti in Öl eingelegt über Pasta-, Reis-, Fisch- und Fleischgerichte bis hin zu süßen „dolci“, zum Beispiel Panettone, traditionell zu Weihnachten mit kandierten Früchten gegessen, hier jedoch mit Kapern und ein paar Tropfen Malvasia, dem berühmten Dessertwein der Insel.

MalvasiaWeinbergFotoSaroGugliotta MalvasiatraubenwerdeninderSonnegetrocknetFotoBarbaraFocke

„Nektar der Götter“ wird der Passito Malvasi auch genannt. Die Trauben werden nach der Ernte für mehrere Wochen in der Sonne getrocknet, bevor sie schließlich gekeltert werden. Malvasia aber auch die Rot- und Weißweine der Insel fließen beim Kapernfest, „Festa del Cappero“, in Strömen und es wird bis in die Nacht unterm Sternenhimmel getanzt und geschlemmt. Diese Freude am gemeinsamen Genuss steht im Mittelpunkt der drei Kulinarischen Entdeckungsreisen, die im Frühjahr und Herbst für kleine Gruppen von 6 bis 12 Personen angeboten werden.

 

Festa del Cappero auf Salina: 1.Juni 2014

 

Kulinarische Genussreisen:

Salina, Äolische Inseln: 10.-17.05.2014, 17.-24.05.2014, 20.-27.09.2014 sowie 27.09.-04.10.2014

Ostsizilien: 26.04.-03.05.2014 sowie 11.-18.10.2014

Westsizilien: 12.-19.04.2014 sowie 08.-15.11.2014

 

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Fotos: Saro Gugliotta, Barbara Focke