Jörg Boström

 

Ein Pilot steuert ins Chaos. Ulrich Kügler- ein Künstler als Retter.

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Wie ein Gestrüpp von verschraubten Stangen, die sich überschneiden und gegenseitig sperren - so sieht die Rauminstallation zu einem weiteren Konstrukt zum immer wieder kehrenden Kunstwerk aus, das als “Pilot im Chaos” an wechselnden Orten auftaucht. Nun in der Sakristei der Marienkirche in Minden. In eine Welt der Wunder und der Wunden ist er hier geraten.

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Ein abgeschnittener und quer gelegter Baumstamm liegt dem verschraubten technischen Gestrüpp zur Seite. Schräge Rillen dienten dem Abfluss von Harz für eine Rohstoff Gewinnung.

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Sie treten in einen heiligen Dialog mit einer waagerechten Wunde an der Rippe des toten Jesus, welcher in den Armen seiner trauernden Mutter ruht. Ein Gespräch mit dem Andachtsstein.

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An der Wand trotzt eine Acrylmalerei dem Installationskonzept wie ein Stück aus einer Bilder Galerie. Auf einem schmalen Boot drängen sich Menschen und starren auf den Besucher der Sakristei. Wer sind diese Menschen. Jünger oder Arbeitsfreunde von Petrus dem Fischer und späterem Menschen Fischer?

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Im großen Hallenraum der Marienkirche hängt hoch an der Wand ein schmales lang gestrecktes Bild mit eben diesem Boot und den aufmerksam uns anschauenden Menschen. Man ahnt, es sind Mitglieder eines fremden Volkes, Indianer. Durch ein Gespräch mit dem Künstler Kügler erfährt man, dass es Piraha sind, ein Stamm von Indianern an einem Nebenfluss des Amazonas. Es gibt dort noch 350 solcher Menschen mit einer eigenen Sprache und einem eigenen Glauben. Nach einem Buchtitel von Daniel Everett ist es “Das glücklichste Volk”. Er ist ist zu ihm gezogen um es zu bekehren. Zu einem Gott der hingerichtet wurde und wieder auferstanden ist. Der junge Prediger und Forscher hat so lange dort gewohnt unter den Indianern bis er zu ihrem wunderbaren Glauben übertreten konnte. Ein solches Bild mit einer geheimen Botschaft hängt nun in der Kirche, welche der Maria gewidmet ist, der Mutter eines Hingerichteten und wieder Auferstandenen. “Pilot im Chaos”? Wohin führt uns der Kompass der Religionen und der Künste? Vom Künstler sind Antworten nicht zu erwarten. Wohl aber immer wieder Gedanken und Empfindungen bewegende Fragen. Umgesetzt in Material, Bild und Raum.

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