Michael Kraus 

Architekten & Ingenieure

Aktuelle Erscheinungen waren der Anlass für den Vorschlag, sich genauer mit dem Verhältnis von Architekt und Ingenieur, von Architektur und Konstruktion zu befassen. Zwar gibt es solche Erscheinungen nicht erst seit den Bauten von Frank O. Gehry, Zaha Hadid, Daniel Libeskind oder Peter Eisenman (1) – dessen fischförmiger Imbiss-Pavillon von 1981 als Reklamebau noch angehen mag, als typische ‚architecture parlante’ jedoch ebenso fragwürdig ist, wie der um 1800 von Jean-Jacques Lequeu gezeichnete Kuhstall auf einer frischen Wiese (2), der die Gestalt einer gigantischen Kuh haben sollte.

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Jean-Jacques Lequeu, Nach Süden gelegener Kuhstall auf einer frischen Wiese, ca. 1800, Quelle: Plottegg Hybrid Architecture

Aber solche Erscheinungen blieben bisher vereinzelt, blieben meist auf dem Papier, wie Hermann Finsterlins biomorphe Baugeschöpfe und andere Fantasien aus dem Kreis der „Gläsernen Kette“. Man konnte so etwas nicht bauen, nicht konstruieren – und das galt auch für die Skizzen von Hans Scharoun oder Erich Mendelsohn (3), dessen Einsteinturm (1919-1921) nicht gegen, sondern für diese Feststellung spricht, denn er ist, wie Helge Pitz einmal gesagt hat, ein „gebauter Baufehler“. Heute kann man so etwas bauen – und man baut es auch. Dass da einiges aus den Fugen geraten, dass konstruktiver Unfug sich noch immer rächen kann, zeigt die kläglich herabhängende Dachspitze von Zaha Hadids Feuerwache in Weil am Rhein. Doch das ist nun wohl die Ausnahme. Grundsätzlich scheint es möglich zu sein, alles zu bauen, was man will. Und so ist aus den spektakulären Einzelfällen eine Epidemie geworden, von der auch die Architekturbiennale in Venedig im vorigen Herbst heimgesucht wurde: allenthalben Wellen, Blasen, wehende Fahnen, alles bläht sich, gärt und blubbert, quillt und schwillt; dazu dann noch Splitter, Zacken, bizarre Knitterwerke, die nicht selten eher banale Gebäude umhüllen und verbergen – wenn nicht ohnehin die Grenzen zwischen realen und virtuellen Welten verschwimmen: Meist fehlen Grundrisse, Schnitte, Maßstabsangaben und Aussagen darüber, ob es sich um gebaute, zu bauende Gebilde handelt oder um reine Modelle und Computeranimationen – als wäre das Wirklichkeit genug (4).
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Einsteinturm, Potsdam, Quelle: Wikimedia Commons.
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„In den letzten Jahren hat sich in der Welt des Bauens ein äußerst starkes Bemühen gezeigt, außergewöhnliche Strukturen zu erfinden. Wo es auch sei, sieht man die prominentesten Architekten in diesem schwierigen und gefährlichen Spiel wetteifern, für das sie gewöhnlich nicht ausreichend vorbereitet sind. Das soll nicht einfach heißen, daß ihre Studien nicht ausreichten, um die notwendigen technischen Kenntnisse zu erwerben, sondern daß die Art, wie sie die Probleme angehen, auf Irrtümern beruht. Ihr unverantwortliches und anmaßendes Gebaren ist sehr leichtfertig. Sie scheinen überzeugt zu sein, daß sie sich nicht anzustrengen brauchen; daß ein Genieblitz, eine plötzliche Eingebung völlig ausreicht, um eine originelle Struktur zu schaffen.“
Das schrieb 1965, also vor genau 40 Jahren, Felix Candela in seinem Geleitwort zu dem Buch: Frei Otto – Spannweiten (5).
Doch die Klage über die Entfremdung zwischen Architekten und Ingenieuren ist älter. Um 1800 formuliert Friedrich Gilly Einige Gedanken über die Notwendigkeit, die verschiedenen Teile der Baukunst in wissenschaftlicher und praktischer Hinsicht möglichst zu vereinigen (6). Die Trennung der Disziplinen war ihm also bereits bewusst und er hielt sie für falsch. Gilly leitet daraus die Forderung ab, Architekten und Ingenieure doch wenigstens gemeinsam in einer Schule zu unterrichten – was dann zum Konzept der künstlerisch-technischen Erziehung führt, wie sie die Architekturabteilungen der Technischen Hochschulen in Deutschland, der Schweiz und Österreich – sowie den Ländern der ehemaligen Donaumonarchie – noch heute praktizieren; zumindest in Deutschland werden auch an Architekten die Titel Diplom-Ingenieur und Doktor-Ingenieur vergeben, was viele Ausländer seltsam finden und sie oft an ein Doppelstudium denken lässt.
Der Begriff ‚Ingenieur’ unterlag historisch einigen Wandlungen: Im Mittelalter wurde jeder Techniker so bezeichnet, „der mit der Herstellung von Kriegsgeräten zu tun hatte. Allmählich ändert sich diese Berufsbezeichnung, und seit dem frühen 17. Jahrhundert versteht man in Deutschland – in anderen Ländern schon früher – unter einem ‚Ingenieur’ einen Baumeister, der mit der Errichtung von Festungsanlagen betraut ist. Von nun an steht dem ‚Ingenieur’ als ‚Kriegsbaumeister’ der Baumeister der zivilen Gebäude gegenüber“ (7) – also der ‚Architekt’, dessen Berufsbild sich seit der Renaissance kaum verändert hat. Allerdings muss im 17. und 18. Jahrhundert ein ‚Architekt’ „im allgemeinen auch über die Qualifikationen eines ‚Ingenieurs’ verfügen“ (8). Der Werdegang eines Balthasar Neumann vom Gießereigesellen zum Obristen der Artillerie- und Genie-Truppen und dann zum Verantwortlichen „sowohl für die Festungsanlagen, wie für die Sakral- und Profanbauten des Würzburger Bistums und einiger benachbarter Territorien“ (9), ist also nicht so ungewöhnlich, wie er uns heute erscheinen mag. Im 18. Jahrhundert setzt sich eine Spezialisierung durch, die offenbar von den Artillerie- und Pioniereinheiten ausgeht, die ihren künftigen Offizieren an speziellen Schulen das notwendige Fachwissen vermitteln, z. B. an der École d’application de l’Artillerie et du Génie, die noch heute besteht. (Der Begriff ‚genie’ – wie auch ‚Ingenieur’ aus dem lateinischen ‚ingenium’ abgeleitet – bezeichnet in Frankreich noch immer Pioniereinheiten; in den USA heißen sie ‚engineers’, und als Truppenzeichen dient ein liegendes, brückenförmiges ‚E’.) Aus den Artillerie- und Pioniertruppen wird in Frankreich 1716 eine Spezialeinheit ausgegliedert, das Corps des Ponts et Chaussées, und für die systematische Ausbildung gründet man bereits 1747 die École Nationale des Ponts et Chaussées (ENPC), deren erster Direktor Jean-Rodolphe Perronet wird, von dem u. a. der Entwurf für den vor 1789 errichteten Pont de la Concorde stammt, eine genau durchkonstruierte Steinbrücke, die auf die Zeitgenossen befremdlich wirkte. Auch die ENPC, die für die Entstehung des modernen Bauingenieurwesens von großer Bedeutung gewesen sein dürfte, existiert noch; allerdings studieren dort heute wohl überwiegend ‚Zivilisten’. Dass die Genie-Truppen neue Aufgaben übernahmen, hatte selbstverständlich etwas zu tun mit der Veränderung der Kriegsführung, die dann von den französischen Revolutionstruppen endgültig vollzogen wird: Der Festungsbau hatte an Bedeutung verloren, die der Infrastruktur, der Brücken und Straßen, hatte zugenommen. Und die Militär-Ingenieure waren auf die Verwendung des seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in großem Umfang und zu günstigeren Preisen verfügbaren Eisens und damit auf den Einsatz der neuen Bautechniken auch viel besser vorbereitet als die Architekten: Technologisch unterscheidet sich eine gusseiserne Säule kaum von einem Kanonenrohr.
Zwar wurde in Frankreich 1760 auch eine Académie de l’Architecture gegründet, aber – wie alle Kunstakademien – 1793 während der Revolution wieder aufgelöst; die Architekturschule dieser Akademie integrierte man allerdings in das 1795 geschaffene Institut de France. Doch angesichts des rapiden gesellschaftlichen und technischen Wandels zog man sich dort mehr und mehr in eine starre Verteidigung der ‚Kunst’ gegen die ‚Wissenschaft’ zurück (10). Als wesentliche Merkmale der Zeit zwischen etwa 1760 und 1840 nennt Julius Posener: „Ökonomie der Konstruktion und im Sinne dieser Ökonomie Anwendung neuer Materialien; Wissenschaft als Grundlage des Bauens; Arbeitsteilung, welche den Architekten als Baukünstler aus dem Prozeß dieser durchgreifenden Erneuerung des Bauens ausschließt: ... Es sollte lange dauern, ehe sich der Architekt überhaupt bewußt wurde, daß er der neuen Technik gegenüber eine andere als eine ablehnende Position zu beziehen habe.“ (11)
Die Voraussetzungen dieser ‚Industriellen Revolution’, waren im 18. Jahrhundert in England geschaffen worden. Für das Bauwesen von besonderer Bedeutung ist dabei die industrielle Herstellung von Eisen, das in Form von Balken, Trägern und Stützen auch alsbald verwendet wird, vor allem für Industriebauen, Lagerhallen und nicht zuletzt Brücken (12). Die erste gusseiserne Brücke mit 31 Metern Spannweite wird 1775 bis 1779 in Colebrookdale von Abraham Darby III (1750-1791) und dem ‚Eisenmeister’ John Wilkinson (1728-1808) nach einem Entwurf des Architekten Thomas Farnolls Pritchard (1723-1777) gebaut. 1796 entsteht nach einem Entwurf des Anglo-Amerikaners Thomas Paine (1737-1809) die bereits 72 Meter weit gespannte Sunderland-Brücke, und 1801 entwirft Thomas Telford (1757-1834) eine Themsebrücke mit 183 Metern Spannweite. Wenig später werden auch die ersten eisernen Hängebrücken errichtet, z. B. die ebenfalls von Telford entworfene und 1826 vollendete über die Menai-Meerenge bei Bangor in Wales – von Karl Friedrich Schinkel im selben Jahr bei seiner englischen Reise besucht, beschrieben und gezeichnet (13). Bereits 1818 hatte der Schiffsingenieur Isambart Kingdom Brunel (1806-1859) die 214 Meter lange Hängebrücke über die Schlucht des Avon bei Bristol entworfen, die ab 1836 gebaut wird und noch heute steht.
Die neuen Konstruktionsweisen setzen sich alsbald auch auf dem Kontinent durch, so 1786 bei der von Victor Louis (1735-1811) entworfenen Überdachung des Théâtre Français oder 1801 bis 1803 beim Bau des Pont des Arts in Paris. Entscheidende Fortschritte werden in der Folgezeit immer wieder im Brückenbau erzielt, der wohl bis heute die ‚Königsdisziplin’ der Bauingenieure geblieben ist. Die dort gewonnenen Erfahrungen übertrug man auf andere Bauaufgaben, die sich im 19. Jahrhundert in den großen bürgerlichen Metropolen neu stellten: Galerien, Kaufhäuser, Markt- und Ausstellungshallen, Bahnhöfe. Ihre weit gespannten Konstruktionen sind im Grunde nebeneinander gestellte Brücken; das gilt auch für eine der großartigsten und schönsten dieser Hallen, die von dem Architekten Charles Louis Ferdinand Dutert (1845-1906) und dem Ingenieur Victor Contamin (1840-1898) zur Pariser Weltausstellung von 1889 realisierte Galérie des Machines, eine Dreigelenk-Bogenkonstruktion von mehr als 110 Metern Spannweite; und selbst der von Gustave Eiffel (1832-1923) zum selben Ereignis entworfene Turm ist nichts anderes als ein riesiger Brückenpfeiler, ähnlich denen, die er zuvor schon in Portugal gebaut hatte. (Einige Staaten waren der Ausstellung übrigens ferngeblieben, weil sie dem 100. Jahrestag der Französischen Revolution gewidmet war.) Bei diesen, im Lauf des 19. Jahrhunderts im kühner werdenden Konstruktionen ist etwas zu beobachten, das sich – außerhalb des Brückenbaus – nicht von technischen oder funktionalen Anforderungen herleiten lässt; Posener nennt es das ‚Pathos der Konstruktion’ (14): Die Dimensionen der Ausstellungsgüter rechtfertigen keineswegs den Aufwand, und die Gefahr, dass Lokomotiven gegen Stützen auf dem Bahnsteig prallen, ist minimal (und der letzte und größte der Londoner Bahnhöfe, Waterloo Station, hat keine weit gespannte Halle, sondern Stützen auf den Bahnsteigen).
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Innenansicht der Maschinenhalle, Paris 1889, Quelle: Wikimedia Commons.
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Ein anderes, im Brückenbau schon früh erprobtes Prinzip, das der Hängebrücke oder, allgemeiner, der zugbeanspruchten Seilkonstruktionen, wird allerdings erst im 20. Jahrhundert auf andere Bereiche übertragen. Abgesehen von einigen früheren Beispielen, wie dem hängebrückenartig konstruierten Glasdach der Schalterhalle in Otto Wagners (1841-1918) Wiener Postsparkassenamt (1904-1906), geschieht das erst nach dem II. Weltkrieg, nicht zuletzt in Frei Ottos großartigen Entwürfen.

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Postsparkassenamt Wien. Dieses Bild basiert auf dem Bild P.S.K. Vienna August 2006 008.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Gryffindor.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts kam ein für die Zukunft der ‚Eisenarchitektur’ bedeutsames Element hinzu: die aus dem Gewächshausbau stammenden Eisen-Glas-Konstruktionen. Das grandioseste frühe Beispiel ist allgemein bekannt: der von Joseph Paxton (1803-1865) und Charles Fox (1810-1874) entworfene Kristallpalast (Crystal Palace) von 1851, der alsbald in ganz Europa nachgeahmt wird, zuerst 1853/54 beim Münchener Glaspalast (15). Es folgen zahlreiche andere Messe- und Ausstellungshallen, Bahnhofsdächer, Galerien und Kaufhäuser. Verbunden mit räumlichen Gitternetz- und Schalenkonstruktionen – von Šuchovs Moskauer Radioturm (16) von 1919 über Dischingers Zeiss-Dwidag-Schalenkuppeln (17), Fullers Domes (18) bis zum Dach des Olympiaparks in München u. a. – entstehen dann im 20. Jahrhundert und gerade in den letzten Jahren und Jahrzehnten wahre Wunderwerke der Baukunst.
Paxtons Kristallpalast ist zudem der immer wieder, z. B. 1959 von Konrad Wachsmann in Wendepunkt im Bauen (19), zitierte Referenzbau für industriell vorgefertigte Bausysteme, ein Aspekt im Verhältnis von Architekt und Ingenieur, auf den ich nicht weiter eingehen kann.
Im gesamten 19. Jahrhundert jedoch bleibt diese Entwicklung von derjenigen der Architektur getrennt. Die Ingenieurbauten wurden zwar bewundert, aber nicht als ‚Architektur’ wahrgenommen; erst Robert Delaunay (1885-1941) und seine Zeitgenossen werden die ‚Schönheit’ des Eiffel-Turms sehen. John Ruskin „fand den Crystal Palace ingeniös, aber künstlerisch belanglos“, und Gottfried Semper nannte ihn ein „glasbedecktes Vakuum“ (20).

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Paxton, Crystal Palace, Quelle: Wikimedia Commons, public domain

Bereits einige Jahre zuvor, 1849, hatte er geschrieben, „daß das Eisen, und überhaupt jedes harte und zähe Metall, als konstruktiver Stoff seiner Natur entsprechend in schwachen Stäben und zum Teil in Drähten angewendet, sich wegen seiner geringen Oberfläche, welche es in diesen Formen darbietet, dem Auge um so mehr entzieht, je vollkommener die Konstruktion ist, und daß daher die Baukunst, welche ihre Wirkungen auf das Gemüt durch das Organ des Gesichtes bewerkstelligt, mit diesem gleichsam unsichtbaren Stoffe sich nicht einlassen darf, wenn es sich um Massenwirkungen und nicht um leichtes Beiwerk handelt“ (21). Eisenkonstruktionen blieben also auf Bauwerke beschränkt, die nicht repräsentieren mussten, die keine ‚Architektur’ waren; und die Architekten hatten in diesen Fällen allenfalls die Aufgabe, die Konstruktionen zu dekorieren, hinter akademisch korrekten Hüllen zu verbergen.
Dabei hatte es nicht an Versuchen gefehlt, die neuen Materialien für die Architektur zu erschließen, worum sich vor allem Henri Labrouste (1801-1875) bemühte. Er hatte an der 1816 (wieder) gegründeten École des Beaux-Arts studiert und deren höchste Auszeichnung erhalten, den ‚Prix de Rome’. Von dort zurückgekehrt, gründet er, unzufrieden mit der akademischen Ausbildung, 1830 eine eigene Schule, in der auch konstruktive Probleme behandelt werden sollten; sie war dem Grundsatz verpflichtet, „daß in der Architektur die Form stets der Funktion entsprechen muß, für die sie bestimmt ist“ (22). („Form follows function“ wird also nicht erst im 20. Jahrhundert gefordert.) Später wird Labrouste wieder von der ‚École’ eingemeindet und zu einem wichtigen Lehrer, bei dem u. a. Julien Guadet (1834-1908) studiert hat, dessen Schüler wiederum Auguste Perret (1874-1954) und Tony Garnier (1869-1948) werden (23). Die beiden berühmtesten Bauten von Labrouste sind die 1841 bis 1850 errichtete Bibliothèque Sainte Geneviève (auf die sich übrigens Sempers Bemerkung zu den ‚Eisenkonstruktionen’ bezog) und die um 1860 entstandene Bibliothèque Nationale in Paris. Im zweischiffigen Innenraum des ersten Baus verwendet Labrouste kreissegmentförmige, durchbrochene Binder und sechzehn sehr schlanke Stützen aus Gusseisen – von außen unsichtbar hinter einer Renaissancefassade verborgen. Vielleicht noch interessanter ist das Innere der Nationalbibliothek: neun über einbeschriebenen Quadraten errichtete, also ‚angeschnittene’ halbkugelförmige Kuppeln mit Oberlicht, die im Innenraum durch vier gusseisernen Stützen von 10 Metern Höhe und nur 30 Zentimetern Durchmesser getragen werden.

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Salle Labrouste, Quelle: Wikimedia Commons, public domain

1846 spricht Carl Gottlieb Wilhelm Boetticher in der ersten Schinkel-Festrede von der Beanspruchung der Bauglieder durch Druck, Schub und Zug. Druck und Schub habe die Baukunst abgehandelt, mit den Zugspannungen müsse sie sich noch auseinander setzen, und deswegen gehöre die Zukunft der Eisenarchitektur (24).
Doch diese und andere Vorstöße ändern nicht viel an der Architektur der Zeit. Langfristig wichtiger werden die Arbeiten von Eugène Emmanuel Viollet-le-Duc (1814-1879). Aus seiner wissenschaftlichen und denkmalspflegerischen Beschäftigung mit der mittelalterlichen Baukunst Frankreichs (25) zieht er den Schluss, dass alle bisherige Baugeschichte die Geschichte von Baukonstruktionen gewesen sei. Ihren Höhepunkt habe sie in der Gotik erreicht – die Renaissance und die folgenden Stile verwirft Viollet als rein dekorativ –, doch nun werde es dank der Metallkonstruktionen möglich, die Gotik weiterzuentwickeln, zu überwinden und so eine neue Architektur zu schaffen. Viollet wendet seine Erkenntnis auch in der Praxis an und ersetzt beispielsweise den 1822 bei einem Brand zerstörten Vierungsturm der Kathedrale von Rouen durch eine verwegene gusseiserne Konstruktion (26). Viollet-le-Ducs Auffassung wird dann von dem als Ingenieur ausgebildeten August Choisy (1841-1909) zu einer umfassenden und einflussreichen Theorie ausgebaut, die er 1899 in seiner Histoire de l’architecture zusammenfasst; auch für ihn stellt „die gotische Periode ... den Triumph der Logik in der Kunst“ dar (27).
Diese Theorie hatte zweifellos positive Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Architektur und sicherlich auch die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis von Architekten und Ingenieuren gefördert. Die Theorie hat allerdings einen Nachteil: Sie ist falsch. Kein Stilwechsel hat sich allein oder auch nur in erster Linie auf Grund von neuen Konstruktionsmöglichkeiten vollzogen. Das gilt selbst für den Übergang von der Romanik zur Gotik – bei dem soziale und theologische Entwicklungen und darauf basierende Veränderungen der Raumauffassung wichtiger waren – und erst recht beim Übergang zur Renaissance, die von Viollet, wie gesagt, denn auch verworfen wird. Sie bringt konstruktiv sogar einen gewissen Rückschritt, wenn auch gleich zu Beginn eines der größten Genies der Baugeschichte auftritt, bei dem die Frage sinnlos wäre, ob er mehr Ingenieur oder mehr Architekt gewesen sei: der gelernte Goldschmied und Uhrmacher Filippo Brunelleschi (1377-1446). Ihm gelingt es zwischen 1418 und 1436, die Vierung des mittelalterlichen, 1296 begonnen Florentiner Doms mit der größten Kuppel zu überwölben, die jemals aus Stein errichtet worden ist (28). (Es handelt sich um eine echte, im freien Vorbau errichtete Kuppel; die Rippen haben keine statische Funktion.) Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts war zwar bereits eine Kuppel vorgesehen, die aber niemand bauen konnte, zumal Strebepfeiler vermieden werden sollten, da sie – schon wegen der Gegnerschaft zu Frankreich, Deutschland und der Lombardei – als hässlich empfunden wurden. (Den Begriff ‚Gotik’ hat 1556 Giorgio Vasari, 1511-1574, geprägt, um diesen barbarischen, von den Zerstörern der klassischen Kultur geschaffenen Stil zu brandmarken.)
Die ‚Neugotik’ des 18. und vor allem 19. Jahrhunderts hat allenfalls am Rande etwas zu tun mit einer Wiederentdeckung der konstruktiven Prinzipien gotischer Kathedralen. Voraussetzung ist vielmehr ein in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in England einsetzendes archäologisches Interesse, eine durchaus anti-aufklärerische Suche nach den ‚Wurzeln’. Der ‚Gothic Revival’ verbreitet sich alsbald in ganz Europa; man denke an Goethes Hymne von 1773 auf das Straßburger Münster. Auch von dem zweifellos konstruktiv interessierten Karl Friedrich Schinkel wird der ‚gotische Stil’ noch nicht im Sinne eines Konstruktionsprinzips verwendet: Der gleiche ‚Schuppen’, z. B. die Friedrich-Werdersche Kirche (1821-1830), kann wahlweise dorisch, korinthisch oder eben gotisch ‚dekoriert’ werden (29).

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Woodward: Oxford University Museum, Quelle: Flickr. Diese Datei ist lizenziert unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert). Der Urheber des Bildes ist Bright Meadow.

Auch das Aufkommen des ‚Jugendstils’, der ‚Art Nouveau’, kann nicht aus den neuen konstruktiven Möglichkeiten abgeleitet werden – trotz der bravourösen Verwendung von Eisen und Stahl z. B. in den Bauten von Victor Horta (1861-1947).
Und selbst die Architekturentwicklung nach 1918 resultiert nicht in erster Linie daraus. Soziale Gründe, die Entdeckung des (Massen-) Wohnungsbaus als Thema der Architektur und Einflüsse aus den bildenden Künsten, vor allem der Malerei, sind viel bedeutsamer. Zwar ‚symbolisieren’ die neuen Bauten gleichsam das ‚Maschinenzeitalter’, den technischen Fortschritt. Aber viele von ihnen – und zwar gerade, wenn neue Materialien und Bauweisen verwendet werden – sind konstruktive und vor allem bauphysikalische Katastrophen: undichte Dächer und Fenster, fehlender Wärme- und Schallschutz, Rissbildung wegen der Verbindung von Materialien mit unterschiedlichen Wärmedehnungskoeffizienten u. a. m. – worüber sich denn auch Richard Buckminster Fuller sehr abschätzig äußert (30) und 1927 mit seinem ‚Dymaxion-House’ ein Projekt vorstellt, das technisch tatsächlich auf der Höhe seiner Zeit ist.
Doch zunächst noch einmal zurück zu Viollet-le-Duc und Choisy. Ihre Kritik richtet sich selbstverständlich gegen die École des Beaux-Arts und die dort vermittelten Kompositionsmethoden, die konstruktive Fragen außer Acht ließen. (Diese Methoden gehen letztlich zurück auf Jean-Nicolas-Louis Durand, 1760-1834, der allerdings nicht an der École des Beaux-Arts, sondern an der 1794 als zentrale Hochschule für öffentliche Arbeiten gegründeten und 1804 von Napoléon in eine militärische Anstalt umgewandelten École polytechnique (31) als erster Architektur unterrichtet hat – wohl der ‚Mutter’ aller polytechnischen Hochschulen, nicht nur in Europa. Durands Kompositionsmethode wirkt bis ins 20. Jahrhundert nach, bis zu Typenhausentwürfen und zu Ernst Neuferts Bauentwurfslehre (32)) Viollet-le-Duc unterstützt daher auch den Ingenieur Émile Trélat (1821-1907) bei seinen Bemühungen um den Aufbau einer neuen Architekturschule – gegen das Monopol der ‚École’: 1865 wird die private École Spéciale d’Architecture gegründet; an ihr hat Viollet selbst unterrichtet, später Auguste Perret, und dort haben viele Architekten der Moderne studiert, unter ihnen Alfred Mansfeld und Pierre Vago, dem Robert Mallet-Stevens (33) die Schule empfohlen hatte. In seinen Erinnerungen schreibt Pierre Vago: Die „École spécial stellte – im Gegensatz zu dem akademischen und formalistischen Unterricht am Quai Malaquais (Sitz der École des Beaux-Arts, an der Vago zunächst studiert hatte, M. K.) – eine Avantgarde-Schule dar. Die Beschäftigung mit der Konstruktion war hier selbstverständlich, und zwar in ihren aktuellsten Formen: Man lernte Stahlbaustrukturen kennen, den Stahlbeton. Die Logik der Funktion und der Respekt vor ihr bildeten die Grundlagen des Unterrichts.“ (34)
Auguste Perret war, wie schon gesagt, Schüler von Julien Guadet, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts gleichsam die Traditionen der École des Beaux-Arts verkörpert und zu dessen Gegenspieler Auguste Choisy wird. Im Gegensatz zu seinem Zeitgenossen Tony Garnier hatte Perret allerdings das Studium nicht abgeschlossen – und beide wechseln später in gewisser Weise das ‚Lager’. Sie machen ein anderes, ebenfalls im 19. Jahrhundert entwickeltes Baumaterial ‚architekturfähig’, den ‚armierten Beton’. Das geht viel schneller als bei Eisen und Stahl, bei denen dieses Ziel im Grunde erst 1908/09 mit der Turbinenfabrik von Peter Behrens (1868-1940) erreicht wird, deren besondere Bedeutung Posener darin sieht, dass sich der Architekt hier „mit der Stahlkonstruktion auf seine Art auseinandersetzt, und dass es ihm trotz der Umdeutung der Konstruktion gelingt, sie als Stahlkonstruktion überzeugend zur Darstellung zu bringen“ (35).

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Briefmarke: Behrens, Turbinenhalle, Qelle: Wikipedia

Dass der Prozess der ‚Architekturisierung’ beim Stahlbeton einfacher war und schneller verlief als beim Eisen- und Stahlbau, hat zum einen sicherlich damit zu tun, dass die Elemente mehr Masse haben und weniger zergliedert sind als beispielsweise Gitterträger. Es hat zum andern mit einer Verwirrung zu tun, die offenbar Perret ausgelöst hat, indem er – möglicherweise in Anlehnung an Choisy – Holzbautechniken auf die Eisenbetonkonstruktion übertrug und so „ein neuartiges Material in den Bereich der anerkannten Verfahren bei der Formgebung im architektonischen Sektor“ (36) rückte; dadurch konnte er das neue Material seiner an der klassischen Architektur geschulten Auffassung eingliedern. Den tatsächlichen Möglichkeiten des Stahlbetons, vor denen Perret gewissermaßen noch zurückweicht, kommt Garnier viel näher. Er – ein ‚Prix de Rome’, wie rund fünfundsiebzig Jahre vor ihm Labrouste, dessen Wandel er in gewisser Weise nachvollzieht – nimmt schon in den unmittelbar nach seinem Rom-Aufenthalt, 1904, entstandenen Entwürfen für eine Cité industrielle, aber auch in realisierten Bauten, wie der 1909 bis 1913 in Lyon errichteten Halle des Schlachthofs La Mouche, die späteren Verwendungsmöglichkeiten des Materials (37) vorweg. Fast ohne Nachfolge bleibt dagegen die mächtige Jahrhunderthalle, die Max Berg (1870-1947) 1912/13 in Breslau errichtet hat, auch sie ein Beispiel für das ‚Pathos der Konstruktion’. Für die weitere Entwicklung wichtiger sind Konstruktionen, die einige Ingenieure in dieser Zeit entwickeln: 1901 baut Robert Maillart die erste seiner rund vierzig Brücken aus Stahlbeton; und 1916 bis 1924 entstehen in Orly zwei riesige Luftschiffhallen nach Entwürfen von Eugène Freyssinet – einem Absolventen der École nationale des Ponts et Chaussées –, der übrigens 1954 bis 1958 mit Pierre Vago beim Bau der Basilika Pius X. in Lourdes zusammenarbeiten wird. Auf Maillart und Freyssinet folgt im Verlauf des 20. Jahrhunderts eine lange Reihe genialer Ingenieure, oft Ingenieur-Architekten oder Architekten-Ingenieure – von Pier Luigi Nervi über Eduardo Torroja und Felix Candela (38), um nur einige wenige zu nennen, bis zu den großen Meistern unserer Tage.
Im engeren Bereich der Architektur waren allerdings noch einige Schwierigkeiten zu überwinden: In einem Vortrag zu 100. Geburtstag von Erich Mendelsohn sagte Julius Posener 1987 (im Studio der Akademie der Künste), Mendelsohn habe geglaubt, im ‚armierten Beton’ das geeignete Material gefunden zu haben, um seine Ideen von einer ‚fluiden’ Architektur zu realisieren. Mies van der Rohe habe dagegen den Vorwurf erhoben, dass man damit die Eigenschaften des Eisenbetons missverstehe, der sich – wie Stahl und Holz – nur für Rahmen- bzw. Skelettkonstruktionen eigne, nicht für ‚Panzertürme’, der keine ‚Teigware’ sei. Recht hatten sie beide nicht: Während Mendelsohn die Möglichkeiten überschätzt, unterschätzt sie Mies, dessen Auffassung allerdings den Vorteil hat, dass sich solche Betonbauten leichter schalen lassen. Mies hätte es besser wissen müssen, denn wahrscheinlich kannte er die Arbeiten von Maillart und Freyssinet. Tatsächlich aber geht es hier auch nicht um die Frage der Konstruktion – wovon Mendelsohn keine und Mies, zumindest damals, wenig Ahnung hatte –, sondern um unterschiedliche Auffassungen von Architektur: Mendelsohn sieht sich in der Tradition von Henry van de Velde (39), während Mies offensichtlich in derjenigen von Auguste Perret steht, und wohl nicht zufällig bezeichnet er sich selbst als ‚Gotiker’, was heute seltsam anmuten, nach dem Gesagten aber verständlich sein mag.
Seitdem haben Architekten und auch Ingenieure viel dazu gelernt, und es ist wahrscheinlich nicht vermessen zu behaupten, dass die Architekten der hier versammelten Generationen zu den technisch am besten ausgebildeten der Geschichte gehören – und dass es in der vergleichsweise kurzen Geschichte der Ingenieurskunst nur wenige gab, die von Architektur mehr verstanden haben als viele der heutigen Bauingenieure. Das stets auch strukturelle Verständnis von Baukunst hat gerade in der Akademie der Künste eine große und, wie ich denke, großartige Tradition; dafür stehen u. a. Ulrich Finsterwalder, Bernhard Hermkes, Pier Luigi Nervi oder Konrad Wachsmann (40), um nur einige verstorbene Mitglieder der Abteilung Baukunst zu nennen.
Diese Tradition gilt es fortzusetzen und weiter zu entwickeln. Dabei geht es nicht um heroische Taten, nicht um immer höhere Türme, immer sensationellere Brücken, bizarre Hallen oder schrille Umhüllungen, sondern um das, wofür ich die, wenn schon etwas abgegriffene Bezeichnung ‚Ökologie’ im weitesten Sinn verwenden möchte, die nicht nur den Gesamtbereich der Bauphysik umfasst, sondern auch die Umwelttechniken, den sparsamen Umgang mit Ressourcen, den Bau von haltbaren Gebäuden und Anlagen, die man auch anders nutzen, umbauen und wieder verwenden kann, die praktisch sind – und schön. Ich hoffe, dass die Architekten und Ingenieure der Akademie der Künste, die schon den Versuchungen der Postmoderne nicht erlegen sind, auch der metamorphen Epidemie widerstehen können, dieser Verwandlung der Architektur in ein eher aufgeregtes als aufregendes Spektakel, dass sie sich selbstbewusst für eine Baukunst einsetzen, die an die strukturellen Gesetze des Bauens gebunden bleibt.
Das letzte Wort aber soll Julius Posener haben; er sagte 1976: „Gefährlich wird es für die Architektur, wenn die Konstruktion sich sozusagen verflüchtigt, wenn die Technik zu viel kann. ... (Man hat) ... die Sorge ausgesprochen, daß der Widerstand des Materials verschwinden könnte. Die Überwindung des Widerstandes aber ist eine Grundbedingung der Kunst, und ich meine, ganz besonders der Baukunst; ... Wenn es da nichts mehr zu überwinden gibt, wird der Ausdruck beliebig.“ ... „Man kann bauen, ohne sich an der der Konstruktion inhärenten Logik zu stoßen, man tut das gegenwärtig; aber ich bezweifle, ob man das dann noch Architektur nennen darf.“ (41)

 

Michael Kraus
Vortrag, gehalten in der Abteilung Baukunst der Akademie der Künste,
Berlin, 25. Februar 2005

Anmerkungen

(1) Peter David Eisenman, geb. 1932; Frank Owen Gehry, geb. 1929; Zaha M. Hadid, geb. 1950; Daniel Libeskind, geb. 1946, Mitglied der Akademie der Künste seit 1994

(2) Jean-Jacques Lequeu (1757-1825?), „Nach Süden gelegener Kuhstall auf einer frischen Wiese“; abgebildet u. a. in: Revolutionsarchitektur, Ausstellungskatalog, Berlin 1971, S. 215

(3) Hermann Finsterlin, 1887-1973; Hans Scharoun, 1893-1972, Mitglied der Akademie der Künste ab 1955; Erich Mendelsohn, 1887-1953, Mitglied der Akademie der Künste 1931-1933 (Ausschluss)

(4) vgl. Hanno Rauterberg, „Mit sanftem Schwung in die Kurve.“, in: DIE ZEIT, 16.09.2004; Dieter Bartetzko, „Fische ohne Fahrrad“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2004

(5) Felix Candela, „Geleitwort“, in: Frei Otto – Spannweiten. Ideen und Versuche zum Leichtbau. Ein Werkstattbericht von Conrad Roland, Berlin, Frankfurt/Main, Wien 1965, S. V f – Frei Otto, *1925, ist seit 1970 Mitglied der Akademie der Künste

(6) Friedrich Gilly, 1772-1800; vgl. dazu: Julius Posener, „Vorlesungen zur Geschichte der Neuen Architektur V“, in: ARCH+ 69/70, August 1983, S. 49 – Julius Posener, 1904-1996, ab 1967 Mitglied der Akademie der Künste.

(7) Ulrich Schütte, „Architekt und Ingenieur“, in: Architekt und Ingenieur – Baumeister in Krieg und Frieden, Ausstellungskatalog, Wolfenbüttel (Herzog August Bibliothek) 1984, S. 18

(8) ebd., S. 23

(9) ebd., S. 21 f

(10) nach: Leonardo Benevolo, Geschichte der Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts, München 1964; zitiert in: Posener, „Vorlesungen ... V“, a. a. O., S. 60

(11) ebd.

(12) vgl. zum Folgenden: ebd., S. 56 ff; sowie Lexikon der modernen Architektur, hg. von Gerd Hatje, redaktionelle Bearbeitung: Wolfgang Pehnt, München/Zürich 1966, Stichwort „Stahl“, S. 278 ff

(13) abgebildet u. a. in: Karl Friedrich Schinkel 1781-1841, Hg. Staatliche Museen zu Berlin/Hauptstadt der DDR, Berlin 1982, S. 310 f; dort irrtümlich Menai-Street statt Menai Strait. Schinkel wurde 1811 Mitglied der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin.

(14) Julius Posener, „Vorlesungen ... IV“ (Wintersemester 1976/77), in: ARCH+ 63/64, Juli 1982, S. 77

(15) Architekt: August von Voit, 1801-1870, Ingenieur: Ludwig Werder, 1808-1885; vgl. Konstruktion und Raum in der Architektur des 20. Jahrhunderts – Exemplarisch, hg. von Winfried Nerdinger, München, Berlin, London, New York 2002, hier S. 44 ff

(16) Vladimir Grigor’evic Šuchov, 1853-1939; vgl. ebd., S. 72 ff

(17) z. B. für die 1927-1932 gebaute Großmarkthalle in Leipzig, Architekt: Hubert Ritter, 1890-1967, Ingenieur: Franz Dischinger, 1887-1953; vgl. ebd. S. 54 ff

(18) Richard Buckminster Fuller, 1895-1983; vgl. ebd. S. 76 ff

(19) Konrad Wachsmann, Wendepunkt im Bauen, Wiesbaden 1959; Taschenbuchausgabe, Reinbek bei Hamburg 1962

(20) John Ruskin, 1819-1900; Gottfried Semper, 1803-1879, Mitglied der Königlich Preußischen Akademie der Künste zu Berlin seit 1865; vgl. Posener, „Vorlesungen ... IV“, a. a. O. S. 70

(21) zitiert nach: Posener, „Vorlesungen ... V“, a. a. O., S. 64

(22) zitiert nach: Posener, ebd., S. 62 f

(23) ausführlicher dazu: Reyner Banham, Theory an Design in the First Machine Age, London 1960; dt. Die Revolution der Architektur. Theorie und Gestaltung im Ersten Maschinenzeitalter, Reinbek bei Hamburg 1964, insbesondere S. 7 ff

(24) vgl. Posener, „Vorlesungen ... V“, a. a. O., S. 61; sowie Carl Gottlieb Wilhelm Boetticher (1806-1899), „Das Prinzip der Hellenischen und Germanischen Bauweise hinsichtlich der Übertragung in die Bauweise unserer Tage“, in: Schinkel zu Ehren. Festreden 1846 – 1980, ausgewählt und eingeleitet von Julius Posener, Berlin o.J. (1980), S. 12 – 32

(25) mündend in seinen zehnbändigen Dicitionnaire raisonné de l’architecture française du XIe au XVIe siècle, der zwischen 1854 und 1868 erscheint, sowie seine 1863 bis 1872 veröffentlichten Entretiens sur l’architecture

(26) 1855-1860 entsteht in Oxford nach Entwürfen des irischen Architekten Benjamin Woodward (1816-1861) das University Museum, eine rein ‚gotische’ Eisenkonstruktion mit gläsernem Dach. Vgl. Giselher Hartwig, „Aktuelle Aspekte früher Eisenkonstruktionen“, in: Die nützlichen Künste, Hgg. Tilmann Buddensieg und Henning Rogge, Berlin 1981, S. 180-186, hier S. 184

(27) zitiert nach: Banham, a. a. O., S. 24

(28) vgl. dazu das zwar populärwissenschaftliche, aber sehr kenntnisreiche und spannende Buch von Ross King, Brunelleschi’s Dome, 2000; dt. Das Wunder von Florenz, München 2001

(29) vgl. Karl Friedrich Schinkel, a. a. O., S. 88-91

(30) Richard Buckminster Fuller, 1895-1983, zitiert bei: Banham, a. a. O., S. 274 f; leider konnte ich dort keine Quelle für die zitierten Passagen finden.

(31) seit 1970 eine Anstalt des öffentlichen Rechts

(32) Ernst Neufert, 1900-1986, Bauentwurfslehre, 1936 ff

(33) Pierre Vago, 1910-2002, Mitglied der Akademie der Künste ab 1970; Al(fred) Mansfeld, 1912-2004, Mitglied der Akademie der Künste ab 1971; Robert Mallet-Stevens, 1886-1945, ab 1924 Professor und Verwaltungsratsvorsitzender der École spéciale d’architecture

(34) Pierre Vago, une vie intense, Bruxelles o.J. (2000), S. 78 ; Übersetzung: M.K.

(35) Posener, „Vorlesungen ... I“ (Sommersemester 1978), in: ARCH+ 48, Dezember 1979, S. 3

(36) Banham, a.a.O., S. 24

(37) vgl. Lexikon der Architektur, a. a. O., S. 118 ff

(38) Robert Maillard, 1872-1940; Eugène Freyssinet, 1879-1962; Pier Luigi Nervi, 1891-1979; Eduardo Torroja, 1899-1961; Felix Candela, 1910-1997

(39) Henri van de Velde, 1863-1957, Mitglied der Akademie der Künste ab 1956

(40) Ulrich Finsterwalder, 1897-1988, Mitglied der Akademie der Künste ab 1968; Bernhard Hermkes, 1903-1995, Mitglied ab 1961; Pier Luigi Nervi, 1891-1979, Mitglied ab 1964; Konrad Wachsmann, 1901-1980, Mitglied ab 1973

(41) Posener, „Vorlesungen... V“, a. a. O., S. 44 f und 51