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Virtuelles Magazin 2000


Virtuelles-Magazin-2000

Ausgabe 55 - Juni 2010





Anmerkungen


"Es sind ganz alltägliche Momente, soziale Phänomene und normale menschliche Reaktionen, die mich rühren. Manchmal fühlt es sich an, als könnte man jemandem beim Denken zusehen, ohne wirklich zu wissen was da gerade alles vor sich geht ", sagt Jörg Koopmann.
Das Alltägliche. Es ist das Besondere an der Fotografie. Sie hält fest, was der Fotograf sieht. Es kann von größerer Dauer sein. Aber immer ist es das fotografische Bild, das überlebt.
Industriearbeit. Im Bild stabil und sicher. Dann nicht mehr. Viele Werke und Arbeitsräume verlassen die Szene. Es gibt sie nun nur noch im Print. Im Druck, im Netz. Eine Dokumentation aus früherer Zeit. "Weltkulturerbe" ist nun die Zeche Zollverein, einer der Anziehungspunkte der Kulturhauptstadt Europas 2010, Essen und der Region Ruhrgebiet. Arbeit wiederbelebt durch Kultur. Aus Zechen und Fabriken werden Museen. Inszenierte, gestaltete Raum Kunst.
Menschen ohne Arbeit werden zu sozialen Mahnmalen im fotografischen Werk von Walter Ballhause. Straßenräume zu Szenen der Sozialgeschichte.
Die Fotografie ist zugleich ein Medium des Augenblicks und der Dauer. Markus Redert macht mit dichter Belichtung im schwarzen Raum aus Köpfen und Gesichtern Monumente der Dauer und der skulpturalen Würde antiker Porträts.
Barbara Focke plant die Ausstellung von Fotografien und anderen aktuellen Kunstwerken auf einer Insel bei Sizilien, mit Blick auf die zeitlose und doch veränderbare Silhouette des Ätna.
Über die Verstrickungen der Worpsweder Kunst und ihrer prominentesten Vertreter in den Nationalsozialismus hat Arn Strohmeyer in einem Essay in Nr. 50 des Virtuellen Magazins berichtet. Inzwischen hat der in Worpswede geborene und in Berlin lebende Schriftsteller Moritz Rinke einen Roman zu diesem Thema geschrieben: "Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel". Arn Strohmeyer hat das Buch für das VM gelesen und rezensiert. Geschichte auch in der Kunst. Verdrängung und Wiederentdeckung. Die Gegenwart von Worpswede widergespiegelt in Fotografien von Günter Zint.
Annette Bültmann organisiert das Wetter neu in ihren Bildern und forscht nach den Ursprüngen seiner stetigen Veränderungen.
Weiteres bringt zuletzt Fragen, vorsichtige, vorausschauende Gedanken und Antworten zum anscheinend unlösbaren und ewigen, historischen Konflikt in und um Palästina und Israel.

Zu einer nachdenklichen Betrachtung und Lektüre lädt ein



Die VM 2000 - Redaktion





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