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Markus Redert

Nachtbunker - eine fotografische Dokumentation

Der Atlantikwall war eine 2.685 km lange Linie von befestigten Stellungen entlang der kontinentalen Küsten des Atlantiks, Ärmelkanals und der Nordsee. Sie wurden im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Besatzern in den Ländern Frankreich, Belgien, Niederlande, Deutschland, Dänemark und Norwegen sowie auf den britischen Kanalinseln im Zeitraum 1942 bis 1944 geplant und mit einem riesigen Bauaufwand unter Einsatz tausender Zwangsarbeiter und Kriegsgefangener teilweise erbaut. Der Atlantikwall sollte diese Gebiete vor der Invasion durch den Kriegsgegner schützen.

Zusätzlich wurden in großer Zahl Hindernisse errichtet; diese bestanden aus mehreren Reihen Tschechenigeln, Hemmbalken, von denen viele an der Spitze mit Minen oder Sprenggranaten bestückt waren, und Stacheldrahtverhauen. In großem Maßstab wurden das Küstengebiet, die Uferzonen und die Zwischenräume zwischen den einzelnen Widerstandsnestern vermint, soweit bewohnt, musste die Zivilbevölkerung diese Gebiete räumen.

Insgesamt wurden für den Atlantikwall 8119 Bunker gebaut. Die gewaltigen Kosten für diese Maßnahmen wurden den besetzten Länder abgepresst. Die Stellungen des Atlantikwalles in der Normandie hielten der sorgfältig geplanten Invasion der Alliierten nur einen Tag stand, die meisten Abschnitte des Walles wurden nie in Kampfhandlungen verwickelt.

Nachdem Ende der Kampfhandlungen versuchten die betroffenen Länder in den darauffolgenden Jahrzehnten die Hinterlassenschaften der Besatzung und damit die Erinnerung an die schlimme Zeit zu entfernen. Teilweise wurden die Anlagen gesprengt, was sich allerdings als schwierig und teuer erwies. Zeit und Erosion können den Ungetümen aus Stahl und Beton nur wenig anhaben, die Veränderung der Küstenlandschaft führte jedoch zum Absaufen, Versanden oder Zuwuchern.

Der Text basiert auf dem Artikel Atlantikwall aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Ziel des Fotoprojektes "Nachtbunker" ist die exemplarische Dokumentation der noch bestehenden Anlagen. Die spezielle Lichttechnik verstärkt die bedrohliche Ausstrahlung und die morbide Faszination dieser Symbole einer größenwahnsinnigen, gescheiterten Diktatur.

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