Zum InhaltsverzeichnisVirtuelles Magazin 2000 

Eröffnung in der Galerie Steinhagen

Jörg Boström:

"Die Medien, nicht nur die Menschen im Gebrauch, reichen sich die Hand. Es gibt immer wieder Überschneidungen, Austausch, Wechselwirkung. Was ist Design, was Fotografie, was Kunst? Was Fotografie ist, weiß man. Eine Technik der Abbildung. Aber wann ist sie und was daran ist Kunst. Ist Fotografie Kunst? Wenn nicht, was denn? Was ist nun Design. Ach ja, Kunst gibt es auch noch. Der Topf in den alles passt, was von der Gesellschaft so angesehen wird. Der Bruch der sauberen Kategorien kam in den sechziger Jahren und später. Als Leute meines Jahrgangs Kunst studieren wollten. "Wer einen Pinsel anfasst, hat schon verloren", sagte Beuys. Und "Jeder Mensch ist ein Künstler". Mancher bekam den Zusatz: "Du nicht!"

Seit dieser Zeit werden Ausstellungen oft frei erfunden. Bis heute. Ein benutztes Bett etwa. Erde aus vielen Teilen der Republik zusammengetragen und hingeschüttet. Der Bevölkerung.

"Design ist etwas zwischen Kunst und Büro", sagte ein Kollege von mir. Design ist demnach abhängig vom Auftrag. Gesteuert durch den Auftraggeber. Aber was ist Design im eigenen Auftrag?

"Was der Künstler spuckt ist Kunst," sagte der Kritiker John Antony Thwaites.

Was passiert, wenn der Designer spuckt?

Was nun ist der Gestalter Gábor Wallrabenstein, der diese Ausstellung zusammenstellt? Ein Gefüge aus Dokumenten, Fotografien, Montagen, Computersimulationen und dazu Erinnerungsbilder, Dokumente aus seinem Leben und in Überschneidungen auch aus dem Leben und anderer Menschen... "

Weiter in freier Rede. Man hört zu. Ein Stück Erinnerung an die Lehrtätigkeit, auch für mich.

 

Fotografien: Annette Bültmann