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Leserbriefe zur Ausgabe 50
 

Datum: Thu, 26 Feb 2009 19:50:19 +0100
 
Meine Objekte sind nur aus Pappe und Klebeband konstruiert. Ein weiteres Einbauen von Stöcken oder konstruktionsunterstützenden Materialien, würde den Verfall zum Stocken bringen. Im Verlaufe meiner Arbeit, muss ich mich dekonstuierend (Ananlyse der Fotografie und ihrer baulichen Bestandteile) in das Foto eindenken und es auf konstruktivem Wege nachbauen. Oft gehen die Objekte schon während des Bauens kaputt, wenn ich zu unstabil gedacht habe. Mittlerweile baue ich durch Erfahrungen stabiler und schneide im Nachhinein überflüssige und zu stabile Teile wieder heraus. Im Kiosk ist das Objekt von selbst kaputt gegangen, den Rest haben dann die Kinder gemacht. Die sollten darin spielen. Nachdem die Kinder erst zögerlich angefangen haben, wurden sie immer aktiver und letztendlich hatte die Szene etwas derbes, schonungloses, ja fast brutales und doch unschuldiges. Reflektierend fand ich dieses Experiment interessant, weil diese Endzerstörung im Gegensatz zum natürlichen Verfall, sehr schnell und radikal erfolgt ist und doch einen natürlichen Prozess (Spiel der Kinder, unbewusste Zerstörungsintensität der eigenen Handlung) dargestellt hat. Ich habe natürlich alles aufgenommen und werde noch ein Dokumentationsvideo über den Aufbau (mich im Zeitraffer gefilmt) und die Zerstörung (Webcam- Stopp- Motion, Kinder bei Finnisage) zurechtschneiden. Falls noch ergänzende Fotos gebraucht werden, so habe ich einige auf Vorrat.
 
Vielen Dank,
Chris Tomaszewski