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Annette Bültmann

Offene Ateliers im Triptychon

 

Schon vor der Tür des ehemaligen Industriegebäudes hängen von Metallträgern Teddybären, Weihnachtsmänner, Kleidungsstücke... gehört das zur Ausstellung?

Drinnen gibt es dann mehr zu sehen, Bilder an den Wänden, Malerei, Zeichnungen, Fotografie, aber auch Zeichnungen mit Kreide auf dem Fußboden, Kabelgewirr, Aufkleber, Fotos, Bilder auf Türen, ein altes Klavier, ein Arragement von alten Brettern, ein Käfig aus Metallstäben, darin Bilder... ein Topf auf einem Campingkocher, daneben Bild und Text auf einem T-Shirt... Kunst ist überall. Auch ein Film wird projiziert, und auf Monitoren sind bewegte Bilder zu sehen, Puppen die in der Animation zu Personen werden, z.B. Musikern. Die Atmosphäre von Musikveranstaltungen und Parties, die hier sonst regelmäßig stattfinden, ist aus den Räumlichkeiten nicht wegzudenken, vielleicht einer der Gründe dafür, dass den Getränken bei der Eröffnung offensichtlich kräftig zugesprochen wird. Die Türen zwischen Veranstaltungsraum und Backstagebereich werden für die Kunst geöffnet und die Räumlichkeiten werden zu einem kombinierten Party- Backstage- und Kunstraum. Die Künstler sind teilweise aus der näheren Umgebung, teilweise aber auch eingeladen aus Holland und Norwegen. Zusammen verwandeln sie das Triptychon für drei Tage in ein Gesamtkunstwerk.

Bilder, Ausstellungsobjekte und Räumlichkeit werden zu einem Konglomerat von Kunst und Umgebung, schon Vorhandenes wird kombiniert mit den ausgestellten Arbeiten, was den ausstellenden Künstlern Spontanität abverlangt. Einer der anwesenden Künstler meint, dass sein Kunstwerk, ein kleiner Schrank mit Lautsprecher, aus dem eine Stimme mit einem englischsprachigen Text zu hören ist, eigentlich in einem leeren Raum stehen sollte, aber da diese Ausstellung nicht unbedingt geplant, sondern vor Ort, teilweise improvisiert, gestaltet wird, ist er nun in einer Umgebung gelandet die vielfältig an optischen und akustischen Eindrücken ist, und irgendwie einzigartig, so dass trotz völlig anderer Umstände als den eigentlich vorgesehenen, der Künstler doch mit der Ausstellungsform einverstanden und sogar einigermaßen begeistert von der Veranstaltung ist.

In einem Büro, dessen Tür halboffen steht, wird noch gearbeitet, aber auch dort ist Kunst an der Wand zu sehen, und in einem anderen Raum stehen, in einer Ecke hinter Vorhängen in einem Regal noch so gerade eben sichtbar, gestapelte Kartons, mit Aufdrucken denen man entnehmen kann dass sie mal Kinder-Karnevalskostüme oder Heimtierdecken enthielten, Bestandteil der Ausstellung, oder Kunst-Archiv?

Auch die Gänge, durch die man die Räume betritt und verlässt, sind rundum gestaltet, von wem, für welche Veranstaltung, eine Dauerausstellung? Beinahe könnte man sich verfolgt fühlen von allgegenwärtiger Gestaltung...

Die offenen Ateliers, in diesem Jahr vom 27. - 29.10. im Triptychon in Münster am Hawerkamp, finden dort jährlich statt. Das Triptychon ist auch ganzjährig zu besichtigen bei Veranstaltungen.

 

http://triptychon.sputnikhalle.com