Zum InhaltsverzeichnisVirtuelles Magazin 2000 

 
Ausgabe 31 - 1.7.2005
 
Anmerkung
 
Liebe Leserinnen und Leser!
 
Die Ausgabe 31 des Virtuellen Magazins 2000 zeigt Wechselspiele zwischen Medien und Masken. Wir brauchen die Verkleidung. 
Die Täuschung. Spätestens seit dem Sündenfall. Und damit beginnt die visuelle Kultur. 
Als Verschönerung der Scham. 
Das Museum für Möbel und Kunst, MARTa in Herford ist nun geöffnet. Helden zeigt es in der persönlichen Wahl von Jan Hoet. Sie protzen und sie schämen sich. Verstecken, zeigen sich in und durch Kunst. 
Retuschiert werden auch historische Dokumente der Fotografie. Ernst Volland beschreibt die verwickelten Umstände der Entstehung einer Kriegsikone. Rote Fahne auf dem Reichstag. Rauch inklusive. Der Sieg war echt. 
Die Fotografie dramatisch geschönt von Jewgeni Chaldej.
Handwerker verkleiden sich als Zimmerleute und sind zugleich wirklich welche. 
Gabor Wallrabenstein begleitet sie auf ihrer Wanderschaft. 
Wenn ein aufgeklärter Europäer und Physiker an einem Hindu Fest teilnimmt, erscheint alles als farbenfrohe Inszenierung, was aus Hindu Sicht Realität der Transzendenz ist. Kim Boström staunt und fotografiert. 
St. Pauli, Mythos, Stolz und Scham einer feinen Bürgerstadt verhüllt und entblößt sich in Fotografien und Dokumenten nun im endlich gelandeten Museum. Günter Zint hat es geschafft. 
In einem afroamerikanischen Stadtteil sprechen Aoife Naughton und Maria Otte mit William Faulkner, einem Bewohner dort seit mehr als dreißig Jahren. Über Musik, Waffen, Drogen, Rassismus. Ku Klux Klan herrscht immer wieder, sagt er. Die alte Garde des Rassenhasses, verhüllt in christlichem Gespensterlook. Immer noch? Gerade ist in den USA ein Mörder aus diesem Geisterhaufen verurteilt worden. Mit 30 Jahren Verspätung. 
Länger als Annette Bültmann sie belauschen kann und länger als jede Nummer unseres Magazins huschen die Fledertiere immer wieder über den Aa See in Münster. Als Visionen aus und auf dem Rechner erscheinen sie neu. Eine simulierte, vorgetäuschte und neu erschaffene Spezies. 
Bei den Internationalen Fototagen Mannheim/Ludwigshafen wird die Veränderung der Wahrnehmung durch Digitalisierung bei einem Symposium diskutiert, und auf Fotografien werden unter anderem fliegende Menschen vorgestellt.
Wie Carlos Calvet die Sumerer beobachtet in Dokumenten und ihre Reisewege und Visionen erkundet, zeigt er in seinen Forschungen. Nicht nur sie träumten von Pyramiden. 
Masken auf, Masken ab. Dahinter ist es unheimlich. Schön. Schrecklich. Immer wieder. 
 
 
Die VM-2000-Redaktion 
 
 
 
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