Zum InhaltsverzeichnisVirtuelles Magazin 2000 

 
Ausgabe 23 - 1.3.2004

Anmerkung

Zeitzeichen setzt Martin Büttner mit seinen Fotografien. Das sagt der Titel seiner Ausstellung von Bildern aus der DDR und der ehemaligen DDR. Sprachgebrauch. Warum gibt es nicht auch eine ehemalige Weimarer Republik und ein ehemaliges deutsches Kaiserreich? Die Vergangenheit wird ehemalig. An optischen Fragmenten festgehalten. In Texten und Flächenformen komponiert. Was Fotografie in ihrer Produktionsweise zeigt war da. Die Kamera als mechanisches Auge mit optischem Gedächtnis. Zeitausschnitt für dieses Bruchstück der Auslöserzeit. Der Fotograf war auch zur Stelle. An dieser Stelle. In diesem Augenblick. Auch andere sehen nun etwas von dem, was er sah. Beweisfoto. Bildgestalt. Helfried Strauss als Fotograf und Professor aus Leipzig bestätigt in seinem Vortrag diese Sicht. Dazu noch ein älterer Text von Jörg Boström. Text zu Bild. Bild zu Text. Eine weitere Erinnerung und ihre digitalen Schatten. Zeitzeichen eben. Setzt nicht auch Marisa Rosato Zeitbilder? Zeitsichten von Frauen und über Frauen in maskenhaften, durch ihre Kunst überformten Gesichtern? Spiegelbilder von Frauenzeit und Frauenwelt? Pflanzt nicht Annette Bültmann neue Geschöpfe in den Marsboden, nach welchen die Sonden vergeblich suchen und die doch schon oder nur im Netz zu finden sind? Ist das Netz real? Zeitzeuge? Abbild unserer Zeit, oder Teil von dem, was wir von ihr begreifen? Instrument unserer Einbildungskraft? Wie auch immer. Anyway. Die Berliner Künstlergruppe mit dieser Signatur gestaltet eine Ausstellung, einen UNRAUM BERLIN, der auf diese Stadt und ihre Zeit seine Markierungen, seine Bilder und Sichtungen setzt.
 
 

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