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Betreff: Tödliche Lärm-Attacke verhindert
Datum: Fri, 27 Feb 2004 09:00:45 +0100
Von: "ASMS-Presseinfo" <presseinfo@asms-swiss.org>
An: <presseinfo@asms-swiss.org>
 
 
 
Pressemitteilung
 
Artenschutz
 
Tödliche Lärm-Attacke verhindert
 
Wädenswil, 27. Februar 2003: Weltweite Proteste haben in letzter Minute seismische Tests im Golf von Mexiko verhindert. Mit extrem lauten Schallwellen hätten Forscher bei Untersuchungen vor Yucatan das Leben Tausender Wale, Delphine und anderer Meerestiere akut gefährdet.
 
Schon am kommenden Montag sollten die Extremtests beginnen. Und längst war das Forschungsschiff "Maurice Ewing" unterwegs zum Untersuchungsgebiet. Vor der Halbinsel Yucatan im Golf von Mexico planten Wissenschafter, mittels so genannter Luftpulser extrem starke Schockwellen durchs Wasser zu jagen. Doch die seismischen Tests hätten vermutlich für Tausende von Delphinen, Walen und eine Unzahl anderer Meerestiere den qualvollen Tod bedeutet.
 
Nun haben weltweite Proteste von Umwelt- und Artenschutzorganisationen in letzter Minute den potenziellen ökologischen Gau abgewendet. "Die Küstengebiete und Korallenriffe um Yucatan bilden ein wunderbares, äusserst artenreiches und sensibles Ökosystem", sagt Sigrid Lüber. Die Präsidentin von ASMS OceanCare, der Schweizerischen Arbeitsgruppe zum Schutz der Meeressäuger, kritisiert, dass Forscher dort dennoch "buchstäblich ohne Rücksicht auf Verluste" einen eigentlichen Lärm-Angriff gestartet hätten.
 
Um dem Aussterben der Dinosaurier auf die Spur zu kommen, wollten Wissenschafter der Universitäten Cambridge und Texas mit ihren seismischen Tests den gigantischen unterseeischen Chicxulub-Krater erforschen. Zu diesem Zweck hätten sie fast unvorstellbare ­ für viele Fische und Meeressäuger tödliche - Lautstärken von bis zu 255 Dezibel erzeugt. Doch nun hat die Regierung Mexikos der "Maurice Ewing" untersagt, in mexikanische Hoheitsgewässer einzudringen.
 
Für Sigrid Lüber ist es "unbegreiflich", dass die Forscher - wie aus ihrem offiziellen Bewilligungsantrag für die seismischen Tests zu entnehmen war - offensichtlich den Tod von über 10'000 Walen und Delphinen, darunter vom Aussterben bedrohte Arten, in Kauf nehmen würden: "Dies zeigt in erschreckender Weise, dass moralisch-ethische Prinzipien bei vielen Forschungsprojekten keine Rolle spielen. Bei allem Respekt vor der Wissenschaft: Hier herrscht gewaltiger Nachholbedarf."
 
Umso mehr ist die ASMS-Präsidentin erleichtert über den Entscheid Mexikos: "Dies zeigt, wie bedeutsam auch das Engagement kleiner Organisationen sein kann, umso mehr noch, wenn sie sich gemeinsam im Verbund einsetzen." Dennoch gebe der errungene Erfolg keinerlei Anlass, die Hände in den Schoss zu legen. "Wale, Delphine und mehr oder weniger alle Meeresbewohner sind weiterhin einer Vielzahl von akuten Gefahren ausgesetzt."
 
Als Bedrohung für das Leben im Meer zählt Sigrid Lüber globale Lärmangriffe militärischer Sonare und andere Lärmquellen, Wasserverschmutzung, Überfischung, schrankenloser Schiffsverkehr oder die Jagd auf Wale und Delphine auf, "um nur einige zu nennen". Gleichzeitig dankt sie Spendern und Gönnern, welche mit ihrem Geld das Engagement von Organisationen wie der ASMS OceanCare ermöglichten. "Auch die Einwohner des Binnenlandes Schweiz beeinflussen durch ihr Verhalten den Zustand unserer Weltmeere."
 
 
Über ASMS OceanCare: ASMS OceanCare setzt sich seit 1989 für den Schutz der Meeressäuger und der Ozeane ein. Jagd, Überfischung und Zerstörung der Ökosysteme bedrohen auf vielfältige Weise die Zukunft dieser Tiere - und auch unsere. Mit konstruktiven Massnahmen wie Petitionen, Informationskampagnen, Symposien bis hin zu Aktivitäten auf der politischen Ebene im In- und Ausland hat sich ASMS OceanCare weltweit Respekt und Anerkennung verschafft. An der Internationalen Walfangkonferenz (IWC) ist sie die einzige Schweizer Lobby für die Tiere. Bei all ihren Aktivitäten strebt ASMS OceanCare eine kooperative und lösungsorientierte Zusammenarbeit an, denn was uns alle angeht, können wir nur gemeinsam lösen. Weitere Informationen finden Sie unter: www.oceancare.org.
 
 
Für weitere Informationen:
ASMS OceanCare
Sigrid Lüber, Präsidentin Postfach 30, CH- 8820 Wädenswil Mobil +41-79-475 26 87
info@asms-swiss.org www.oceancare.org

 

Betreff: ASMS Cybernews
Datum: Fri, 20 Feb 2004 19:43:54 +0100
Von: "ASMS Cybernews" <cybernews@asms-swiss.org>
An: "Annette Bültmann" <virtual-museum@gmx.de>
 
Internationale Protestaktion: Dringender Aufruf zur Teilnahme!
 
Seismische Tests bedrohen Wale und Delphine in grosser Zahl
 
Es ist bekannt, dass der Einsatz niederfrequenter Sonarsysteme unter Wasser eine grosse Bedrohung für Fischbestände und Meeressäuger darstellt. Seit bald zwei Jahren läuft in diesem Zusammenhang unsere Kampagne ÔSilent Oceans' gegen Militärsonare.
 
Eine akute Gefahr für das Leben unter Wasser sind auch seismische Tests, mit denen Wissenschaftler den Meeresgrund erkunden. Die hier ausgesendeten Druckwellen sind mit 255 Dezibel rund hundert Mal lauter als die Signale der LFAS-Sonare. Fische und Meeressäuger werden dadurch stark in Mitleidenschaft gezogen.
 
Nun wurde bekannt, dass die amerikanischen HochschulenUniversity of Cambridge und University of Texas solche Tests vor der Halbinsel Yucatan in Mexico planen. Ein spezielles Forschungsschiff hat den Hafen von Norfolk/Virginia heute verlassen und steuert die nördliche Küste der Halbinsel Yucatan an.
 
Im Antrag für eine Bewilligung dieser Tests wird um Erlaubnis gebeten, die folgende Anzahl Meeressäuger einer Beschallung von über 160 Dezibel auszusetzen, was bereits zehnmal lauter ist als der wissenschaftlich gesetzte Grenzwert für Knochenfische:
 
Je 2 Nordatlantische Glattwale, Buckelwale, Zwergwale, Bryde-Wale, Seiwale, Finnwale und Blauwale
Je 10 Pottwale, Zwerg-Pottwale, Cuvier-, Sowerbys-, Gervais- & Blainville-Schnabelwale, Orcas und Risso's-Delphine,
Je 100 Spinner-Delphine, Clymene-Delphine, Entenwale, Streifen-Delphine und Fraser's-Delphine
190 Grindwale
274 Rauhzahn-Delphine
333 Falsche Killerwale
404 Pantropische Fleckendelphine
915 Atlantische Fleckendelphine
8442 Grosse Tümmler
 
Natürlich werden auch andere Meeresbewohner in Mitleidenschaft gezogen: Schildkröten, Seekühe, Robben, Fische......
 
Noch ist die Bewilligung für die seismischen Tests von der amerikanischen Behörde nicht ausgestellt . Weltweit beteiligen sich über hundert Tierschutzorganisationen am Protest gegen diese Tests.
 
Bitte machen Sie mit: Senden Sie den englischen Protestbrief noch heute per Email an die amerikanische Behörde (Bill.Hogarth@noaa.gov).
 
Bitte per Email an Bill.Hogarth@noaa.gov versenden:
Protestbrief an die amerikanischen Behörden gegen seismische Tests
 
Nur zur Information:
deutsche Übersetzung des Protestbriefs
 
In den vergangenen 15 Jahren haben die Gefahren, denen die Meeressäuger ausgesetzt sind, massiv zugenommen. Die Ozeane sind als Lebensraum einer Vielzahl faszinierender Tiere und Pflanzen akut bedroht. Es ist notwendig, dass die ASMS ihre Aktivität auf den Schutz des Lebensraumes der Meeressäuger ausweitet. Dies bringt sie auch in ihrem neuen Namen zum Ausdruck: aus ASMS wird 2004 OceanCare .
 
ASMS OceanCare setzt sich weiterhin mit Nachdruck dafür ein, die Lebensbedingungen für Wale, Delphine und Robben zu verbessern. Möglich ist dies dank der wunderbaren Unterstützung von Mitgliedern, Gönnern, Stiftungen und Partnerorganisationen . Ihnen danken wir an dieser Stelle ganz herzlich! Ihr Vertrauen macht uns stark. Gemeinsam machen wir weiter.
 
Tragen auch Sie bei zum Schutz der Meeressäuger. Jede Spende, egal wie gross, unterstützt unseren aktiven Einsatz für das Überleben von Walen, Delfinen und Robben. Ihr Beitrag ist wichtig. Herzlichen Dank! ASMS, 8820 Wädenswil, PC 80-60947-3
 
 
ASMS OceanCare
Postfach 30, 8820 Wädenswil
Phone +41 1 780 66 88
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www.asms-swiss.org
 
Die ASMS CYBER NEWS hat zum Ziel, Mitgliedern und Gönnern wichtige und aktuelle Informationen, Neuigkeiten und Aktionen zum Schutz der Meeressäuger mitzuteilen. Mit der ASMS CYBER NEWS machen wir Sie auf interessante Artikel und Angebote aufmerksam und informieren Sie Vorträge und Filme zum Thema Meeressäuger und Ozeane.
 
Die ASMS ist überall dort tätig, wo Delfine, Wale und Robben Gefahren ausgesetzt sind. Unsere Homepage www.oceancare.org zeigt detailliert, in welchen Bereichen wir aktiv sind. Mit Ihrer Hilfe unternehmen wir Projekte zum Schutz der Meeressäuger und ihrer natürlichen Umwelt.