Zum InhaltsverzeichnisVirtuelles Magazin 2000 

Susanne Albrecht

Kleid aus zweiter Hand

Standort Second Hand Laden Recyclingbörse, Radewigerstraße.

Dieses künstlerische Projekt wird in Kooperation mit internationalen Künstlerinnen durchgeführt.

Die Zusammenarbeit findet auf elektronischem Wege als work in progress statt.

Ein oder mehrere gebrauchte Frauen- Kleidungsstücke sind Ausgangspunkt der Arbeit. Als Foto werden sie per e-mail an die kooperierenden Künstlerinnen und Kunstwisenschaftlerinnen aus Brasilien, USA, Südafrika,Vietnam, Polen,Türkei, Italien, England und Deutschland geschickt.

Die Künstlerinnen bearbeiten und verändern das Kleidungsstück auf dem Foto und senden die Resultate an mich zurück.

Die Art der Veränderung ist vollkommen freigestellt. Bereits im Vorfeld tauschen sich die Akteurinnen miteinander aus, um das Arbeitsthema auf relevante Aspekte zu fokussieren. Dabei sollen die Besonderheiten und Gemeinsamkeiten der Herangehensweise der einzelnen verdeutlicht werden. Dieser Dialog ist bereits Teil des Gesamtprojekts und wird öffentlich dokumentiert.

Innerhalb der zwei Wochen stelle ich im Schaufenster des Ladens die Text und Bildresultate zusammen mit dem Originalkleidungsstück aus.

Die Ausstellungspräsentation ergibt eine Art Weltkarte aus verschieden gestalteten Kleidern und Texten.

Da die Rücksprache mit den Künstlerinnen und die Kommunikation untereinander aber konstituierender Teil des Projekts ist, muß auch das Endresultat offen bleiben.

Dokumentation

Alle Ergebnisse sollen in Form eines Leporellos dokumentiert und gedruckt werden.

Darüberhinaus wäre die Dokumentation im Internet anzustreben, auf einem Gästebuch könnten weitere Reaktionen zu dem Projekt aufgenommen werden und die Auseinandersetzung zum Thema liefe weiter.

Projektidee

Basis meiner Projektidee ist der Warenhandel aus heutiger und historischer Sicht . Handel war und ist mit Austausch verbunden, regional, überregional und transnational. Handel mit gebrauchter Kleidung nimmt dabei eine besondere Stellung ein, die sehr facettenreich ist und für jedes Land unterschiedliche Bedeutungen hat. Diese vielfältigen Perspektiven werden durch die Beteiligung der internationalen Künstlerinnen sichtbar.

Kleidung ist identitätsbildend, ist geschlechtsspezifisch und wird überwiegend von Näherinnen hergestellt. Also kann in einem Künstlerinnenprojekt der Genderaspekt besonders herausgearbeitet werden.

Die Verbindung von Kunst und Wissenschaft ist sinnvoll, um so das Thema aus theoretischen wie auch aus praktischen Perspektiven zu beleuchten.